Schon für die Vorgängerorganisation – den Völkerbund – spielte die Schweiz als Gastgeberland eine wichtige Rolle. Trotzdem jährt sich der Tag des Beitritts der Schweiz zur UNO dieses Jahr gerade erst zum 10, Mal. Viel ist passiert in dieser Dekade, und manche dieser Geschehnisse werden unvergessen bleiben. Zukunft braucht Herkunft: Zur Gelegenheit des 10-jährigen Jubiläums der Schweizer UNO-Mitgliedschaft liessen wir wichtige Momente in der Geschichte der Schweiz in der UNO der letzten zehn Jahre Revue passieren, bevor wir haben anschliessend in die Zukunft geschaut haben. Mittels einer Vortragsreihe haben wir versuchen, die Entwicklung über die letzten zehn Jahre darzustellen. Diese Vorträge konnten sowohl als Einheit besucht werden, aber auch der Besuch von nur einem oder zwei Vorträgen war möglich, ohne den Zusammenhang zu verlieren.

Jede Veranstaltung wurde von einer JUNES Mitgliedsorganisation – einem MUN Team – in enger Zusammenarbeit mit dem nationalen JUNES Vorstand sowie mit Unterstützung durch die Gesellschaft Schweiz-UNO, das Eidgenössiche Departement für auswärtige Angelegenheiten sowie die UNO Academia durchgeführt.

DREI WOCHEN, DREI STÄDTE, DREI GASTREDNER(INNEN)

03. Mai 2012 in Genf – mit Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin und ehemalige Bundespräsidentin

10. Mai 2012 in Bern – mit Walter Gyger, alt Botschafter und ehemaliger Chef der Ständigen Mission der Schweiz bei den Internationalen Organisationen in Genf

24. Mai 2012 in Fribourg – mit Professor Thomas Biersteker, Direktor des Programme for the Study of International Governance, The Graduate Institute, Genf

Micheline Calmy-Rey: DIE SITUATION DER SCHWEIZ NACH 2002

Für unseren Einstiegsvortrag konnten wir die ehemalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey gewinnen. Ihre Einführung in das Amt geschah kurz nach dem Beitritt der Schweiz zur UNO und sie stand dem Aussendepartement während fast der kompletten letzten Dekade vor.

Micheline Calmy-Rey referierte vor rund 50 Studierenden an der Universität Genf über die Neutralität der Schweiz sowie die aussen- wie innenpolitische Konsequenzen des UNO-Beitritts. In der anschliessenden Diskussion wurden viele spannende und auch kritische Fragen der Studierenden beantwortet, unter anderem zur humanitären Tradition der Schweiz. Frau Calmy-Rey zeigte sich bereit, sich für das Studierendenradio der Universität Genf interviewen zu lassen. Ein kleiner Apéro ermöglichte einen sanften Ausklang des Anlasses.

Die gesamte Rede von Frau Calmy-Rey: vvv

Micheline Calmy-Rey mit den beiden JUNES Co-Präsidentinnen Ronja Harder (links) und Philine Frei

Walter B. Gyger: DIE ROLLE DER SCHWEIZ IN DER UNO

Der zweite Vortrag dieser Veranstaltungsreihe widmete sich der Frage, welchen Platz die Schweiz im internationalen Geschehen einnimmt. Alt Botschafter und ehemaliger Chef der Ständigen Mission der Schweiz bei den Internationalen Organisationen in Genf Walter Gyger veranschaulichte vor rund 50 Studierenden an der Universität Bern anhand vor konkreten Beispielen, wie sich die Schweiz in den letzten zehn Jahren international und im Rahmen der UNO engagiert hat. Ebenfalls zeigte er auf, welche Einflussmöglichkeiten die Schweiz vor dem Beitritt, als Nicht-Mitglied der UNO, wahrgenommen hat, und erwähnte dabei den Konflikt im Nahen Osten als exemplarisches Engagement.

Während der anschliessenden Diskussion interessierten sich die Zuhörenden auch stark für Herrn Gygers Ansichten zur zukünftigen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem restlichen Europa. Auch in Bern bildete ein kleiner Apéro, organisiert von MUN Bern, den Abschluss des Abends.

Die gesamte Rede von Herrn Gyger: xxx

Alt Botschafter Walter B. Gyger teilte Erfahrungen aus seiner langjährigen diplomatischen Karriere.

Thomas Biersteker: UN REFORMEN UND SICHERHEITSRATSKANDIDATUR – DIE SCHWEIZ IN INNOVATIVER FÜHRUNGSPOSITION

Professor Thomas Biersteker sprach in englischer Sprache an der Universität Fribourg über die Rolle der Schweiz bei UNO-Reformen, insbesondere den Sicherheitsrat betreffend, und die Sicherheitsratskandidatur der Schweiz für 2023/2024.

Ebenfalls thematisiert wurde eine Aktualität: die Initiative der „Small-5“ zur Verbesserung der Arbeitsmethoden des Sicherheitsrates. Die „Small-5“, bestehend aus der Schweiz, Costa Rica, Jordanien, Singapur und Liechtenstein, haben im März 2012 der UNO-Generalversammlung ihre Vorschläge als Resolutionsentwurf vorgelegt. Herr Professor Biersteker lieferte den Zuhörern viele Hintergrundinformationen.

Nach dem Anlass nahm sich Professor Biersteker über eine Stunde Zeit, die Fragen der Studierenden beim Apéro zu beantworten und von seinen Beratungsmandaten für die Regierungen der Schweiz, Schwedens und Deutschlands zu berichten. Des Weiteren liess sich Professor Biersteker (er selbst ist Amerikaner) auf angeregte Diskussionen über den bevorstehenden Wahlkampf in den USA ein.

Die gesamte Rede von Herrn Biersteker: xxx

Die wissenschaftliche Perspektive: Professor Biersteker vom Graduate Institute in Genf versorgte die Anwesenden mit vielen Hintergrundinformationen rund um das Schweizer Engagement in der UNO.